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Sitzordnung im Klassenzimmer: Wo dein Kind in der Schule am besten sitzt


Die Sitzordnung ist eins der Themen, das während der gesamten Schulzeit immer wieder auftaucht. Viele Eltern fragen sich, wo ihr Kind am besten sitzt, um optimal dem Unterricht zu folgen. Und wie sollte man sich verhalten, wenn der Platz überhaupt nicht für das eigene Kind geeignet ist? Den Lehrer kontaktieren, oder doch besser abwarten? Hier bekommst du die besten Tipps aus meiner langjährigen Berufserfahrung als Lehrerin.


Abwägungen zur Sitzordnung


Jeder Lehrer stellt sich die Frage, wie er die SchülerInnen im Klassenzimmer am besten setzen kann. Am besten bedeutet dabei schlichtweg, die optimalen Lernresultate für alle Kinder zu ermöglichen. Denn wenn zwei Kinder als Sitzpartner viele andere stören, ist diese Konstellation ungünstig für die gesamte Klasse. Es gilt also eine Entscheidung zu treffen zwischen den eigenen Ansprüchen an den Unterricht und den Wünschen der Kinder. Denn natürlich sollen sich die SchülerInnen an ihrem Platz wohlfühlen und möglichst einen Freund oder eine Freundin in der Nähe wissen.


Nun hat man als Lehrer mehrere Möglichkeiten, um die Sitzordnung zu finden. Zum einen kann man sie eigenständig bestimmen und hat somit die Kontrolle darüber, wer wo und mit wem zusammen sitzt. Zum anderen kann man schlichtweg das Los entscheiden lassen. Oder man geht einen Mittelweg und bittet die Kinder, zwei nette Sitznachbarn aufzuschreiben. So werden ihre Wünsche aktiv berücksichtigt. Klar ist in jedem Fall: Die perfekte Sitzordnung gibt es nicht. Es wird immer Kinder geben, die nicht 100%ig mit ihrem Sitzplatz zufrieden sind. Und somit auch Eltern, die sich Sorgen um das Befinden ihres Kindes in der Schule machen.


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Der räumliche Platz im Klassenzimmer


Dabei bewegt Eltern neben der Wahl des Sitznachbarn zumeist noch ein ganz anderer Aspekt der Sitzordnung: Der räumliche Platz im Klassenzimmer. Gewünscht ist zumeist ein Sitzplatz in der ersten oder zweiten Reihe, damit das Kind (vermeintlich) im Blick des Lehrers ist und ungetrübte Sicht auf die Tafel oder das Smartboard hat. Unbeliebt hingegen ist die letzte Reihe, die immer den Beigeschmack von Quatschreihe oder gestörtem Unterrichtsfokus hat. Bei der Wahl zwischen Fensterplatz und Wandplatz scheiden sich die Geister. Hier habe ich von Eltern schon ganz unterschiedliche Ansichten gehört. Während die einen ihr Kind von der Sonne am Fenster geblendet wähnen, wünschen sich die anderen mehr frische Luft. Schwierig, hier alle Anforderungen unter einen Hut zu bringen.


Insider Tipp: Schüler in der zweiten Reihe werden zumeist häufiger vom Lehrer gesehen als Schüler in der ersten Reihe. Das liegt schlichtweg daran, dass der Blick über diese Reihe hinweggleitet - besonders dann, wenn die Klassen sehr groß sind. Auch die dritte Reihe ist häufig im Fokus, wohingegen besonders Schreibarbeiten in der hintersten Reihe nicht gut eingesehen werden können. Allerdings hilft hier ein simpler Gang durchs Klassenzimmer, um einen Einblick in die schriftlichen Leistungen der Schüler zu bekommen. Somit wird gewährleistet, dass jeder Schüler individuell gesehen wird.


Sitzordnung ohne Frontalunterricht


Nicht immer sind die Plätze im Klassenzimmer in Reihen angeordnet und auf Frontalunterricht ausgerichtet. Bei Gruppentischen gibt es häufig das Problem, dass sich einige Kinder den Kopf verdrehen müssen, um gut nach vorne sehen zu können. Bei dieser Tischanordnung ist es besonders wichtig, dass die Plätze rotiert werden. Hier könnte dem Lehrer beispielsweise ein vier-wöchiger Wechsel vorgeschlagen werden, falls er oder sie dies nicht von alleine so handhabt. Das gilt natürlich auch für andere Sitzordnungen und trägt dazu bei, dass sich die SchülerInnen gerecht behandelt fühlen. Schließlich muss so jeder mal auf einem mehr oder weniger beliebtem Platz verweilen.


Rotation ja oder nein?


Allerdings sind nicht alle Lehrer bereit, die Sitzordnung rotieren zu lassen. Viele empfinden es als Unruheherd, wenn all paar Wochen die Plätze gewechselt werden. Sollte dein Kind gänzlich unzufrieden mit seinem Sitzplatz sein, solltest du unbedingt das persönliche Gespräch mit dem Lehrer suchen. Im gemeinsamen Austausch lässt sich zumeist ein Kompromiss finden, mit dem alle Seiten zufrieden sind. Denke daran, den Lehrer nicht mit Forderungen zu überschütten sondern gesprächsbereit und offen für seine Vorschläge zu sein. Denn während du (verständlicherweise) nur dein Kind siehst, trägt er die Verantwortung für rund 25 weitere Lernplätze. Und auch diese müssen für jeden Schüler möglichst passgenau sein.


Probleme klären


Noch ein Tipp: Warte ein paar Tage ab, falls sich dein Kind über den neuen Sitzplatz beschwert. Häufig dauert es ein paar Schulstunden, bis sich die SchülerInnen an einem neuen Ort oder mit einem neuen Sitznachbarn zurecht gefunden haben. Gib deinem Kind Zeit, sich an seinen Sitzplatz zu gewöhnen. Sollte es dann immer noch unglücklich sein, kontaktiere den Lehrer mit der Bitte um ein Gespräch oder formuliere dein Anliegen in einer Mail.


Hat dein Kind Probleme mit seinem Sitzplatz und der Lehrer ist überhaupt nicht gesprächsbereit? Oder gibt es andere schulische Probleme, um die du dir Sorgen machst? Dann vereinbare direkt einen Termin mit mir und ich gebe dir individuelle Tipps, um die Situation zu klären. Das Erstgespräch in meinem Schul-Coaching ist absolut unverbindlich und kostenlos, du hast also nichts zu verlieren. Ich freue mich darauf, dir und deinem Kind weiterhelfen zu können!



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