• Viola

Quo Vadis, Bildungssystem? Warum Bildung JETZT Priorität bekommen muss!

Nicht erst seit der Gründung von Mission Bildung beobachte ich immer mehr, welchen Ärger unser Bildungssystem bei den Menschen verursacht. Dabei äußern sich zum einen Eltern, die im Schulweg ihrer Kinder die gleichen Inhalte und Aufbereitungen finden, die sie selber rund 30 Jahre zuvor erlebt haben. Zum anderen gibt es unzählige Lehrer, die sich als gefangen in veralteten Strukturen erleben und zunehmend frustriert sind. Nicht weil ihnen die Arbeit mit Kindern keinen Spaß macht, sondern weil zu viel ihrer Arbeitszeit mit Unterrichtsfremden Inhalten belegt ist.


Ärger von Eltern und Lehrern


Dem Ärger jedweder Gruppe liegt das Gefühl der Ohnmacht zugrunde: Wir wissen doch, wie Schule besser gestaltet werden kann - warum tut die Verwaltung es nicht endlich? Ich bin es als Mutter leid, von öffentlicher Stelle ausschließlich mit Informationen rund um die Corona-Teststrategie versorgt zu werden. Mir fehlen konkrete Ideen und Inspirationen, die unsere Kinder voranbringen und unseren Lehrern kreative Lehrmöglichkeiten eröffnen. Worauf warten wir noch?


Der folgende Post von Fredrik Harkort trifft die Diskussion für mein Empfinden ins Mark. Seine Erfahrungen als Schüler und Vater haben ihn dazu inspiriert, das Unternehmen cleverly zu gründen. Ein Online-Nachhilfeinstitut, das neben reinem Fachunterricht auch das sog. Mentoring anbietet - und dabei all die Inhalte aufgreift, die Schule viel zu sehr vernachlässigt. Fredrik schrieb auf LinkedIn am 28.4.22 folgendes:


Bildungsversorgung muss uns so wichtig sein wie Energieversorgung!


Diese Überzeugung habe ich als Vater – und als Gründer im #EdTech-Bereich.

Aber richtig klar ist es mir erst in den vergangenen Wochen geworden.

Denn immer scheint etwas wichtiger zu sein, als unser Bildungssystem zu reformieren. Natürlich ist es wichtig, dass Güterzüge fahren und Waren produziert werden können, dass wir Strom zum Kochen und Wärme für kalte Tage haben.


Aber mit genau dieser Intensität, mit der in den vergangenen Wochen unsere Energieversorgung neu gedacht wurde, müssen wir jetzt die Bildungsversorgung neu denken!


Meine Schulzeit begann vor über dreißig Jahren. Seitdem hat sich die Welt massiv verändert. Aber unser Schulsystem – ich habe den direkten Vergleich mit meinen schulpflichtigen Kindern zu Hause – ist kaum vom Fleck gekommen. Ja, Overhead-Projektoren wurden gegen Smartboards ausgetauscht und Schulbücher haben digitale Erweiterungen. Aber das ist Makulatur. Das ist, als würde man Pflaster auf einsturzgefährdete Häuser kleben.


Wir müssen Kinder dazu befähigen, Informationen zu aggregieren und auszuwerten, statt einfach wiederzugeben.

Wir müssen sie befähigen, ihre Stärken zu kennen und ihre Schwächen verbessern zu wollen, statt sich nur über Noten zu definieren.

Und wir müssen sie befähigen, das zu finden, was sie im Leben glücklich macht.


Gerade der “pursuit of happiness” und die persönliche #Weiterentwicklung kommen im jetzigen Bildungssystem viel zu kurz. Wie wollen wir engagierte Arbeitnehmer:innen und kreative Gründer:innen bekommen, wenn sie jenseits von Fachnoten nie erfahren, was sie gut können? Wie wollen wir Menschen zum Wachstum anregen, wenn sie ihre Potenziale jenseits von Unterrichtsfächern nie hinterfragen?


Wenn ich sage, dass uns Bildungsversorgung so wichtig sein muss wie Energieversorgung, dann meine ich damit, dass wir auch hier an die Zukunft denken müssen.

Wir müssen die Infrastruktur neu denken, weil sich die Welt verändert hat. Wir müssen alle Menschen an ein funktionierendes Bildungssystem anschließen.


Wir müssen gute Bildung als unverzichtbar begreifen, genauso wie wir es bei der Wärme-, Strom- und Wasserversorgung längst tun!


Dafür kann es keinen Aufschub mehr geben. Wir müssen loslegen – jetzt!


Liebe Politiker, es ist gar nicht so schwer. Da draußen gibt es so viele kluge Köpfe, die voller Freude und Enthusiasmus bei einem Update unseres Bildungssystems mitarbeiten würden. Und dabei meine ich nicht nur die Unternehmer von Edtech Startups. Ich meine all die tollen, gut ausgebildeten und schlauen Lehrer, die ihre Persönlichkeit und ihr Wissen viel mehr ins System Schule einbringen möchten, als dies momentan möglich ist. Nutzen wir doch die wertvollen Ressourcen, die bereits vorhanden sind. Bildung ist unser Garant für ein Leben in Frieden und Demokratie, in Wohlstand und Freiheit. Lasst sie uns dahin bringen, wo sie hingehört: Ganz oben auf die Prioritätenliste!


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