• Viola

Kinderwagen raus! Wenn Babys im Café unerwünscht sind

Es gibt so Begebenheiten im Leben, die vergisst man nicht. Besonders dann nicht, wenn man als Mutter mit schlafendem Baby erlebt, wie einem im Café die Tür gewiesen wird. Kinderwagen raus, Kind raus, Mutter raus – Danke für den Hinweis, ich komme garantiert nie, nie wieder!

Was war passiert?

Bereits beim Betreten des Cafés hatte ich diesen Aufkleber an der Tür gesehen

Keine Kinderwagen in unserem Café!

Ich hatte mich darüber gewundert und fand den Tonfall schon etwas merkwürdig. Aber da es ein bitterkalter Januartag war und mein Baby friedlich in seinem Wagen schlief, nahm ich den Hinweis überhaupt nicht ernst. Das können sie nicht so meinen, dachte ich mir. Also schob ich ihn in eine ruhige Ecke und setzte mich an den freien Tisch daneben. Freie Plätze gab es zuhauf, denn natürlich hatten nur wenige Menschen Zeit, unter der Woche entspannt zu frühstücken.

Aber genau das hatte ich vor. Nach einer anstrengenden Anfangszeit, unzähligen schlaflosen Nächten und schmerzenden Brüsten freute ich mich auf ein nettes Treffen mit meiner Freundin, die an diesem Tag frei hatte. Wir hatten unser Treffen schon seit längerem geplant und ich bestellte, sobald ich angekommen war, schon gleich zwei Cappuccino (weiß eigentlich jemand definitiv, wie die in der Mehrzahl heißen?) für uns.

Kindewagen weg da!

Stimmt nicht, denn ich konnte gar nichts bestellen. Die Kellnerin kam zwar an meinen Tisch, doch meinen freundlichen Guten Morgen Gruß ließ sie mit einem „Der Kinderwagen kann da nicht stehen!“ an sich abprallen. Ich war erstaunt, denn ich konnte nicht erkennen, was an dem Wagen stören sollte. Er stand in einer Ecke, nahm keinen Platz in dem ohnehin leeren Café weg und mein Baby gab keinen Mucks von sich. Wo war das Problem?

Die Kellnerin klärte mich darüber auf, dass der Besitzer keine Kinderwagen in seinem Café duldete. Dies sei ja auch deutlich an die Tür geschrieben worden und es dürfte somit keine Unklarheit darüber bestehen. Doch, die bestand bei mir tatsächlich. Ich fragte sie also, ob ich ernsthaft mein neugeborenes Baby bei Minusgraden unbeaufsichtigt vor die Cafétür stellen sollte. Entweder das, so ihre Antwort, oder ich müsste leider woanders frühstücken gehen. Sie könne es nicht riskieren, ihren Arbeitsplatz deshalb zu verlieren.

Also zog ich mich wieder an, schob den Kinderwagen hinaus und wartete wutschnaubend auf meine Freundin. Die kam dann auch gleich freudestrahlend und fragte mich, weshalb ich mir nicht drinnen ein gemütliches Plätzchen gesucht hätte. Voller Zorn berichtete ich ihr vom Erlebten und sie war ebenfalls fassungslos. Nein, an so einen Laden wollten wir unser Geld jetzt auch nicht mehr loswerden. Wir zogen also los, und suchten uns eine andere Möglichkeit, um endlich unser langersehntes Frühstück zu beginnen.

Wut, Ärger, Hilflosigkeit

Der Vorfall im ersten Café ließ mir aber keine Ruhe. Ich bin von Natur aus ein friedliebender und ausgeglichener Mensch, aber diesen Umgang empfand ich als absolute Frechheit. Und die wollte ich mir nicht gefallen lassen, ohne nicht deutlich meine Meinung gesagt zu haben. Ich machte also auf dem Rückweg einen Umweg und ging schnurstracks zu der Kellnerin, die mich zuvor des Cafés verwiesen hatte.

All mein Wut, Verzweiflung und auch Hilflosigkeit platzten aus mir heraus und ich sagte ihr sachlich, aber sehr erbost meine Meinung über die Art und Weise, wie hier mit Müttern und Babys umgegangen wurde. Meinen Ausbruch adressierte ich auch ganz direkt an ihren Chef, mit der Bitte, ihm meine Verärgerung deutlich zu übermitteln. Denn schließlich war er ja der Verursacher, nicht sie.

Sie nahm meine Äußerungen weitgehend unbewegt zur Kenntnis und sagte mir zu, meine Beschwerde weiterzuleiten. Dies änderte zwar nichts an dem verpfuschten Vormittag, doch zumindest hatte ich meinem Ärger deutlich Ausdruck verliehen und fühlte mich daher ein wenig erleichtert.

Das Café habe ich nie wieder betreten und auch allen anderen Freundinnen davon abgeraten, jemals dorthin zu gehen. Wie ich später erfuhr, war die Kellnerin gar keine Angestellte – sondern die Tochter des Besitzers! Was für ein Witz, dachte ich mir da und fragte mich, ob er sein Kind wohl früher auch bei Eiseskälte draußen hatte liegen lassen. Ich hoffe nicht.

Puh, da kann ich mich noch heute drüber aufregen, wenn ich euch davon erzähle! Ist euch schonmal etwas Ähnliches passiert? Schreibt es mir doch gleich in die Kommentare, geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid 😊

Alles Liebe, eure Viola

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