• Viola

Gewichtsunterschiede bei Zwillingen

Vier Wochen sind mir noch nie so lange vorgekommen, wie während meiner Zwillingsschwangerschaft. Die Zeit zwischen den Arztterminen schien kaum zu vergehen, so sehr fieberte ich jedem Vorsorgetermin entgegen: Wie hatten sich die beiden Mädels entwickelt? Wurden sie ausreichend über nur eine Plazenta versorgt? Und vor allem: Nahmen sie beide gleichmäßig an Gewicht zu?

Die Gewichtsmessung von Zwillingen in der Schwangerschaft ist sicherlich eine Kunst für sich. Zumeist versteckt sich ein Zwilling hinter dem anderen oder hat seine Lage so verändert, dass genaue Messwerte nur schwer zu erhalten sind. Dennoch stellen diese Werte die Grundlage für alle weiteren medizinischen Entscheidungen, bis hin zum geplanten Geburtstermin, dar.

Schwierig wird es, wenn unbemerkt eine große Diskrepanz zwischen Messwert und tatsächlichem Gewicht entsteht. So geschehen bei Ilona, die mir netterweise ihre Erfahrung zu diesem Thema zur Verfügung gestellt hat:

Hm, wo fang ich denn an…

Meine Mädels sind zweieiig, also dichorial-diamnial. Es hatte sich schon relativ früh, soweit ich mich erinnere spätestens bei der Feindiagnostik, abgezeichnet, dass Kind B kleiner ist als Kind A. Die Versorgung war aber laut Doppler bei beiden gut. Im Verlauf ist es bei einer deutlichen, aber laut betreuenden Gynäkologen nie bedrohlichen, Gewichtsdifferenz geblieben.

Ich hatte dann irgendwann Anfang des dritten Trimenons einen Termin zur Geburtsplanung, da wurde festgelegt, dass ich eine primäre Sectio bekomme, in der 38. SSW.

Es ging mir gut, ich hatte weiterhin regelmäßige Sono – Kontrollen, sowohl bei meiner Gynäkologin wie auch im Krankenhaus (muss an der Stelle dazu sagen, dass ich selbst Ärztin bin und in „meinem“ Krankenhaus entbunden habe, also naturgemäß sehr gut betreut wurde) alles war ok, außer dass Kind 2 etwas kleiner geschätzt wurde.

Der Einzige, der glaube ich damals schon ahnte, dass das eine Kind minderversorgt sein könnte, war derjenige, der die Feindiagnostik gemacht hatte, ein niedergelassener Prof, Koryphäe auf seinem Gebiet.

Einige Tage vor dem geplanten Sectio Termin war ich nochmal im Krankenhaus zum Sono, dort wieder die Aussage, dass das eine Kind eher kleiner wäre, und der Vorschlag vom leitenden Oberarzt, dass wir den Termin nach hinten verschieben, damit sie noch ein paar Tage länger im Mutterleib hat, um noch ein bisschen zu wachsen. Zu dem Zeitpunkt wurde die Kleine auf gute 2000g geschätzt, die Große auf knapp 3000. Ich konnte aber langsam nicht mehr und habe daher den Sectiotermin behalten…

Also sind die beiden bei 37+2 geholt worden, mit (Achtung!) 50cm und 3080g sowie 43cm und 1480g!!!


Wenn ich auf den Rat des Oberarztes gehört hätte, hätte sie das vielleicht nicht überlebt. Denn wie sich in der feingeweblichen Untersuchung rausstellte, hatte ich eben eine Plazentainsuffizienz bei ihr. Wäre sie länger dringeblieben, wäre sie definitiv unterversorgt gewesen und vielleicht nun behindert oder gar erstickt.

Krass wenn man so zurückdenkt.

Ein sehr eindringlicher Bericht, findet ihr nicht? Umso schöner ist es, dass aus den beiden Minis diese süßen und kerngesunden Mädchen geworden sind!

Vielen Zwillingsforen und Gruppen habe ich entnommen, dass so eine deutliche Abweichung zwischen Messwert und tatsächlichem Gewicht eher die Ausnahme ist. Zwar wird selten ein exakter Wert ermittelt, aber zumeist beläuft sich der Unterschied auf ein paar hundert Gramm – dies nur zur Beruhigung für alle Zwillingsschwangeren, die Ilonas Schilderung nun vielleicht verunsichert hat. Zudem ist natürlich die Schwangerschaftsdauer, also die im Mutterleib verbrachten Wochen, ausschlaggebend für die körperliche Reife des Neugeborenen und nicht nur das Geburtsgewicht.

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