• Viola

Alleinerziehend im Urlaub: Wie klappt das, wenn ein Elternteil Zuhause bleibt?

Ich habe Glück. Ich habe einen tollen Mann an meiner Seite, der mit mir gemeinsam unsere vier Kinder großzieht. Dafür bin ich sehr dankbar, denn natürlich bedeuten vier Kinder auch viel Arbeit. Genauso, wie auch ein oder zwei Kinder viel Arbeit bedeuten. Fast täglich ziehe ich gedanklich meinen Hut vor all den Müttern und Vätern, die alleinerziehend sind. Diese Herausforderung im Alltag kann ich mir kaum vorstellen und ich habe großen Respekt vor all denen, die ihre Kinder größtenteils alleine aufziehen.

Da mein Mann nicht im gleichen Umfang Urlaub nehmen kann wie ich, verreise ich häufiger auch mit meiner Viererbande alleine. So waren wir letzten Sommer eine Woche zu fünft auf der A-ROSA Bella und haben in den Herbstferien eine 10-tägige Tour durch Österreich absolviert. Wie diese Urlaube alleinerziehend für mich funktioniert haben? Zumindest so gut, dass ich meine Kiddies wieder geschnappt und für eine Woche in den Krallerhof nach Leogang in Österreich gefahren habe. Alleinerziehend im Urlaub funktioniert. Aber – ganz ehrlich – es hat auch seinen nervlichen Preis.

Alleine im Dauereinsatz – 24/7

Die größte Herausforderung ist schlichtweg, dass Mama für alles alleine verantwortlich ist. Das fängt an beim Kofferpacken geht über die 8-stündige Autofahrt und überdauert natürlich die gesamte Urlaubszeit. Verschnaufpause nach 750km Autobahn? Fehlanzeige. Schon wird aus vier Kindermündern gerufen nach Pool/Kinderclub/Spielplatz oder Essen. Es gibt keine Pausen – außer man fordert sie vehement ein.

Das tue ich auch ab und an, denn obwohl ich eigentlich ein Gemüt wie ein Schaukelpferd habe, brennen auch mir ab einem gewissen Punkt die Sicherungen durch. Dann heißt es einfach mal den Fernseher einschalten und mir ein wenig Ruhe auf dem Hotelbalkon oder der Zimmercouch zu gönnen. Andererseits kann ich ihre Freude an all den tollen Einrichtungen, die es im Hotel gibt auch verstehen. Als Kind wollte ich auch sofort überall herumrennen, alles entdecken und 100 Sachen auf einmal machen. Und was gibt es Schöneres, als in die glücklich aufgeregten Augen meiner Kinder zu sehen, wenn sie mich voller Aufregung den Hotelflur hinunterschleifen. Also rapple ich mich alsbald wieder hoch, um mit ihnen auf Entdeckungstour zu gehen.

Meistens braucht es ein bis zwei Tage, bis sich die Aufregung der Kleinen wieder gelegt hat. Meine beiden großen sind da schon etwas ruhiger und latschen meist recht artig mit ihrer Mama durch die Gegend. Gemeinsam besprechen wir dann, wie wir den Tag gestalten wollen. Ein bisschen Action, ein bisschen Ausruhen – so ist für jeden etwas dabei.

Alle helfen mit

Natürlich bitte ich meine älteren Kinder auch, mir ab und an mit den Kleinen zu helfen. Kleinigkeiten wie z.B. den Minis die Haare kämmen oder ihnen am Buffet zu helfen, die in einer Großfamilie dann auch meistens gut funktionieren. Zusammen mit meinen Kindern bin ich ein Team – und wir können alle gemeinsam nur dann einen schönen Urlaub haben, wenn wir uns gegenseitig unterstützen und unsere Freiräume lassen.

Alleine mit meinen Kindern zu verreisen ist für mich Familienzeit pur. Es ist keine reine Erholungszeit, aber diesen Anspruch habe ich auch nicht. Phasenweise ist es sehr anstrengend, denn bei vier Kindern hat jedes kleine Ego so seine ganz eigenen Bedürfnisse. Dann wünschte ich mir einen anderen Erwachsenen an meiner Seite, der mir ein Stück der Verantwortung abnimmt. Und denke wieder an diejenigen, die nicht nur im Urlaub die Erziehungsaufgabe komplett alleine bewältigen müssen. Liebe Mütter und Väter, die ihr jeden Tag alleinerziehend meistert, ihr habt meinen größten Respekt!

Mutig sein – es lohnt sich!

All denjenigen, die noch zögerlich sind ohne ihren Partner zu verreisen möchte ich sagen: Probiert es aus, es lohnt sich! Sicher entdeckt ihr in euren Kindern ganz neue Fähigkeiten und wachst noch mehr mit ihnen zusammen, als dies im alltäglichen Familiengefüge der Fall ist. Es ist eine großartige Erfahrung und eine persönliche Bereicherung, die eigenen Kinder so unmittelbar in einer grundsätzlich entspannten Zeit zu erleben. Ich würde es immer wieder tun – auch wenn ich abends froh bin, wenn alle vier nach einem erlebnisreichen Urlaubstag glücklich in ihren Bettchen liegen und ich für ein paar Minuten lang den süßen Klang der Stille genießen kann…

Seid ihr auch schon alleine mit euren Kindern verreist? Oder habt ihr zu großen Bammel davor? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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